Von der Ersterwähnung bis zum 19. Jahrhundert
1283 Im Ortsnamenbuch der Niederlausitz taucht ein kleiner Ort, bzw. eine kleine Ansiedlung mit dem Namen "Hasowe Schiekel" auf.
1449 Das Rittergut Branitz mit Anteil Haasow ging von der Familie von Kracht an die Familie von Werdeck.
1519 Die Familie von Zabeltitz wurde Besitzer des Rittergutes Branitz mit Anteil Haasow.
1536 Die urkundliche Ersterwähnung von Haasow erfolgte in einem Lehnsbrief für Sigismund von Zabeltitz als das "Dorff Haso".
1609 Kurfürst Johann Sigismund Markgraf zu Brandenburg belehnt Hans von Muschen (Muschow) mit den Gütern Branitz, den Anteilen von Kiekebusch und Haasow, die er von Christoph von Zabeltitz zu Branitz erkauft hat.
24. 03. 1620 Kurfürst Georg Wilhelm Markgraf zu Brandenburg belehnt Hans von Muschen mit den Gütern Branitz, Anteil Kiekebusch und Anteil Haasow.
Dreißigjähriger Krieg
Etwa um 1635 gab es in Haasow 19 Bauernhöfe, 4 Gärtner und einen Schäfer - zwei Gärten sahen wüst aus.
1648 Der Westfälische Frieden beendete den Dreißigjährigen Krieg, der ganze Landstriche entvölkerte. Die Lausitz gehörte zu Sachsen, nur der Kreis Cottbus blieb bei Brandenburg.
Lage nach dem Dreißigjährigen Krieg in Haasow:
- Die Bauern auf 18 von insgesamt 23 Höfen hatten Saat ausgebracht.
- Es gab insgesamt 10 Pferde und 104 Stück anderes Vieh.
- Zwei Gehöfte befanden sich in einem wüsten Zustand.
1667 - 1668 erhoben sich im Cottbuser Kreis, so auch in Haasow, viele Bauern. Ihr Widerstand richtete sich gegen die verschärfte Ausbeutung durch die Gutsherren und gegen die Maßnahmen zur systematischen Beseitigung der sorbischen Sprache.
Nach einer Erbteilung der Brüder von Muschen ging der Anteil Haasow nach einer Versteigerung an den Reichsgrafen Augustus Sylvius von Pückler über.
1718 In Haasow gab es 20 Bauernhöfe. Die bewirtschaftete Fläche betrug ca. 740 ha.
1740 - 1745 waren es die Schlesischen Kriege und ab 1756 der Siebenjährige Krieg, die die Lausitz hart trafen.
In Klinge, Kahren, Koppatz, Haasow und Tranitz zogen Husarenpatroulien umher und raubten Vieh und Wertsachen.
1759 Durchmarsch der Truppen Friedrich des Großen brachte wieder große Verluste in den Dörfern um Cottbus, Beeskow und Forst.
1806 - 1807 Napoleons Krieg mit Preußen. Der Kreis Cottbus ging an Sachsen.
1813 Die Niederlausitz gehörte zu den hart umkämpften Gebieten. Durch den Beschluss des Wiener Kongresses 1815 wurde die Niederlausitz wieder preußisch und der Provinz Brandenburg angeschlossen. Haasow gehörte dann zum Sorauer Kreis neben Gablenz und Gahry.
1818 Erlass der preußischen Regierung in Frankfurt/Oder zur Einschränkung der sorbischen Sprache.
In Haasow zählte man 31 Feuerstellen und 218 Einwohner.
1846 Die Einwohnerzahl von Haasow wurde mit 295 beziffert.
1850 sprechen alle 283 Einwohner wendisch.
1853/54 Die Auswanderungswelle erreichte ihren Höhepunkt. Über 1000 Sorben aus dem Cottbuser Kreis fanden in Übersee (Australien, USA, Kanada, Südafrika) eine neue Heimat.
1860 In Haasow gab es 46 Häuser und 297 Einwohner.
1861 Ein Großbrand wütete in Haasow und richtete großen Schaden an. Vier Gehöfte brannten nieder, fünf Einwohner starben.
1867 Von den 329 Einwohnern in Haasow sprachen 319 (97%) wendisch.
1880 In einer Statistik erwähnte man für Haasow 355 Sorben und zwei Deutsche, also 357 Einwohner.
1888 Der fakultative Sorbischunterricht am Cottbuser Gymnasium wird verboten.
Das 20. Jahrhundert
Die Industrialisierung der Niederlausitz ging schnell voran.
1900 Die Einwohnerzahl von Haasow betrug 344.
1912 Gründung der Domowina in Hoyerswerda. Das sorbische Wort Domowina ist ein poetischer Ausdruck für Heimat
1. Weltkrieg
Haasow hatte 358 Einwohner. Mit der Weimarer Verfassung wurden den Sorben nationale Rechte zugesichert, die sie 1933 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wieder verloren.
1935 Im Sorauer Kreisblatt wurde auf die neu eingerichtete "Kraftwagenüberlandlinie" von Cottbus nach Klein-Bademeusel hingewiesen. Haasow wurde bei Bedarf bedient.
Während der russischen Schlussoffensive des 2. Weltkrieges befand sich im östlichen Teil des Dorfes Haasow ein Panzergraben. Dieser wurde durch den Volkssturm und die Anwohner errichtet. In den Wäldern gab es zahlreiche Schutzwälle und Stellungen. Der Hauptangriff der Roten Armee erfolgte am 17. April. Entlang der Verbindungsstraße Kahren-Haasow gingen Panzer und gepanzerte Fahrzeuge des 5. sowjetischen Armeekorps unterstützt von 8,8 cm Flak und Panzerabwehrmitteln der 22. Festungs-Panzerabwehrbrigade in Stellung und lieferten sich mit den Deutschen schwere Gefechte. Der Beschuss des Dorfes war erheblich. Auch große Scheunen stellten für die russischen Flieger und Panzer lohnende Ziele dar, denn darin vermutete man Soldaten und Wehrmachtsmaterial. Ungefähr 75 Prozent der Gebäude in Haasow wurden durch die Kampfhandlungen zerstört. Einschussspuren an einzelnen Häusern konnte man noch Jahrzehnte später sehen. In der heutigen Zeit werden beim Abholzen von Bäumen im Schnittholz noch Granatsplitter gefunden.
In Haasow wurden am Westausgang des Dorfes zwei Massengräber mit etwa 120 sowjetischen Soldaten angelegt. Für einen Offizier gab es ein Einzelgrab. 58 deutsche Soldaten, darunter 10 namentlich bekannte, bettete man in Heimaterde. Über 20 Haasower Bürger waren im Krieg gefallen oder galten als vermisst.
In Haasow gab es einige Einquartierungen von Menschen aus den endlosen Flüchtlingstrecks.
1945 Bodenreform
In Haasow kamen insgesamt 10,58 ha Acker, 4 ha Wiese und 16,07 ha Wald zur Verteilung. Das aus dem ehemaligen Gut Branitz stammende Land erhielten 13 Altbauern und zwei Neusiedler.
Nach Gründung der DDR gab es 15 Bezirke. Haasow gehörte zum Bezirk Cottbus.
1958 Im Juli verursachten sehr starke Regenfälle eine Hochwasserkatastrophe im Kreisgebiet. Auch in Haasow hieß es "Land unter".
1959 Am 12. Oktober wurde in Haasow die erste LPG gegründet. Vorsitzender der Genossenschaft "Grüne Aue" war Siegmund Hübner.
1960 In Haasow leitete Albert Kättlitz die am 31. März gegründete LPG "Gute Ernte".
1964 Haasow zählte 330 Einwohner, 145 Männer und 185 Frauen.
1968 Im Juli beantragte das Reichsbahnamt Cottbus die Schließung eines Bahnüberweges im Bereich Haasow. Die Gemeindevertretersitzung lehnte ab. Bürgermeister war Herr Franke.
In den 70er Jahren wurde Haasow in das Tagebaukonzept einbezogen. Mit dieser Festlegung hatte das Dorf keine Perspektive mehr. Jugendliche Einwohner zog es in die Stadt Cottbus, wo sie in neuen Wohnungen lebten. Eine Sanierung oder ein Ausbau des Elternhauses hatte für sie keinen Sinn, da der Abriss des Ortes vorgesehen war.
1977 Das Ehrenmal für die 1945 bei Haasow gefallenen sowjetischen Soldaten wurde eingeweiht.
1991 Nach der politischen Wende erfolgte für Haasow die Freistellung vom Bergbauschutzgebiet und damit eröffneten sich Entwicklungschancen. Zunehmend wurde die Infrastruktur im Dorf verbessert.
1992 Neuhausen wurde Amtssitz von 18 Gemeinden mit dem Amtsnamen: Neuhausen/Spree.
1994 Am 13. November fand in Haasow eine Gedenkstunde zum Volkstrauertag statt.
1996 Im Amt Neuhausen registrierte man am 25. Mai den 8000. Einwohner.
1998 Die Freiwillige Feuerwehr Haasow feierte ihr 70-jähriges Jubiläum.
Die Einwohnerzahl des Amtes Neuhausen erreichte die Zahl 10.000.
Am 15. Oktober passierte ein Großgerätekonvoi der Laubag das Dorf Haasow.
Bei Erdarbeiten für die Erdgasleitung von Gosda nach Cottbus stößt man im November in Haasow auf einen Brunnen aus der Bronzezeit.
1999 Am 09. 09. gaben sich ab 9.00 Uhr 9 Brautpaare im Neuhausener Standesamt das Ja-Wort.
Haasow heute
2001 Mit einer traumhaften Wahlbeteiligung von 65,01 Prozent wurde sich für eine amtsfreie Großgemeinde entschieden. 91,92 Prozent der abgegebenen Stimmen waren dafür. In Haasow entschieden sich 279 Bürger für eine amtsfreie Gemeinde, 7 dagegen.
Am 20. September trafen sich alle Bürgermeister der 18 amtsangehörigen Gemeinden zur Unterzeichnung des Gebietsänderungsvertrages. Für Haasow unterschrieb Bürgermeister Dieter Schelzke mit Amtsdirektor Dieter Perko.
2002 Im Juni sprachen sich die Stadtverordneten von Cottbus mehrheitlich für die Eingemeindung der 3 Nachbargemeinden Gallinchen, Groß Gaglow und Kiekebusch aus. Hier fanden Bürgeraktionen gegen die Eingemeindung statt.
Die Gemeinden Haasow und Kathlow traten dem Inselrat bei. Das ist der Koordinator für die Schaffung des zukünftigen "Cottbuser Ostsees".
2003 Haasow feierte Ende Mai das Richtfest der neuen Vereinsscheune am Sportplatz.
Am 26. Oktober wurden Gallinchen, Groß Gaglow und Kiekebusch nach Cottbus eingemeindet.
6. Februar: Einweihung des Haasower Dorf- und Vereinshauses.
Der Haasower Waldlauf entwickelte sich zu einem Teilnehmermagneten.
Im August wurde zwischen Dissenchen und Haasow eine russische Handgranate aus dem 2. Weltkrieg entdeckt. Die Sprengung erfolgte vor Ort, da ein Transport nicht in Frage kam.
Am 19. September löste sich das Amt Neuhausen auf. 15 Ortsteile bildeten nun die Großgemeinde Neuhausen/Spree. Neuer Bürgermeister ist der ehemalige Amtsdirektor Dieter Perko (CDU).
Nach der Kommunalwahl wurden in den 15 Ortsteilen der Großgemeinde die Ortsbürgermeister und deren Stellvertreter gewählt. In Haasow: Dieter Schelzke, Elvira Selig
2006 Der Haasower Waldlauf im Juli war ein Hitzelauf. Bei Temperaturen um die 35° C quälten sich 216 Teilnehmer über den Kurs.
2007 Am 21. November erhielt Haasow neben drei weiteren Gemeinden des Landkreises Spree-Neiße die Auszeichnung "Familienfreundliche Gemeinde" des Ministeriums für Soziales in Potsdam.
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