Haasow - Ortsteil der Gemeinde

 

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Ein Dorf mit Geschichte und Geschichten

Kindergarten und Schule

1763 erließ Friedrich der Große das Generallandschulreglement. Diese Aufforderung zum Schulbesuch war eine der letzten Vorstufen zur Schulpflicht. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts konnte der Staat allerdings die beabsichtigte Schulpflicht nicht durchsetzen, da es kein flächendeckendes Schulsystem gab. Es fehlte an Lehrern. Außerdem fanden viele kleinbäuerlichen Wirtschaften die Arbeitskraft der Kinder wichtiger als deren Schulbildung.

Bis 1820 wurden 17623 ein- und zweiklassige Dorfschulen gegründet. Gutsbesitzer und Pfarrer hatten hier den entscheidenden Einfluss.

Haasow bekam 1860 eine Schule. Das Gebäude befand sich im östlichen Teil des Dorfes an der Ecke der heutigen Haasower Hauptstraße / Kahrener Straße (früher Kirchweg). Das Haus wurde nach 2000 abgerissen. Martin Lenick unterrichtete hier. Ob er der erste Lehrer war und in welchem Jahr er nach Haasow kam, ist leider nicht bekannt.

Im Cottbuser Heimatkalender von 1915 erwähnte man in der Ehrentafel den Lehrer Marose aus Haasow, dem der bedeutende Orden "Der Adler der Inhaber des Königlichen Hausordens von Hohenzollern" verliehen wurde.

Die 2. Haasower Schule wurde kurz vor 1900 gebaut. Das Gebäude befand sich neben der ersten Schule, direkt an der jetzigen Kreuzung Haasower Hauptstraße / Kahrener Straße. Das Haus steht heute noch, es ist ein Anbau dazu gekommen. In der Einklassenschule unterrichtete ein Lehrer bis zu 50 Kinder in einem Raum. Es waren Schüler aller Jahrgangsstufen vertreten. Von 1924 bis 1929 lehrte in der Dorfschule Herr Stahn. Zeitzeugen berichteten, dass in der Schule deutsch gesprochen werden musste. Kam ein wendisches Wort über die Lippen, so bestrafte das der Lehrer. Herr Stahn ging als Mittelschullehrer nach Forst.

Nach Lehrer Stahn übernahm Herr Grimm die Aufgabe des Dorfschullehrers. Er kam als Junglehrer nach Haasow und wohnte in der Schule. Auch in jener Zeit fand der Unterricht für alle Klassenstufen gleichzeitig in einem Raum statt. Um den Überblick zu behalten, teilte man die Schüler in drei Altersgruppen ein (Unter-, Mittel- und Oberstufe).

Zur sportlichen Betätigung gehörten besonders Völkerball und Turnen. Die Kinder nutzten den Sportplatz am heutigen Ehrenmal. Die Frau von Herrn Grimm gab Handarbeitsunterricht.

Durch den 2. Weltkrieg war die Schule so stark beschädigt, dass bis zu deren Wiederherstellung ein anderes Gebäude als Übergangslösung gefunden werden musste. Einige Monate fand deshalb der Unterricht auf dem Grundstück ehem. Kutscher statt. Dazu räumte man ein Wohnzimmer aus und stellte provisorisch Schulmöbel auf. Nach dieser Notlösung ging es wieder in das alte Schulgebäude zurück. Ab 1945 unterrichtete Lehrer Alfred Lange. Er hatte eine Kriegsverletzung am Bein.

Ab 1950 gingen die 5. Klassen nach Kahren zur Schule. Als Schulgebäude diente dort anfangs eine Baracke. In Haasow verblieb eine Teilgrundschule, die Fräulein Schur bis 1953 leitete. Sie richtete im Schulgebäude, in dem sie auch wohnte, eine Leihbibliothek für die Haasower Bevölkerung ein.

1953 wurde der Schulbetrieb in Haasow eingestellt. Nun lernten alle Klassenstufen in Kahren. Nach 7 Monaten Bauzeit erfolgte die Einweihung der neuen Zentralschule am 13. 12. 1953 in Anwesenheit des ersten Ministers für Volksbildung und Jugend der DDR - Paul Wandel. Neben den alten Fächern Rechnen, Deutsch, Heimatkunde, Zeichnen und Musik kamen Chemie, Physik, Geografie, Biologie, Sport und Russisch als neue hinzu. 1954 entstanden mehrere Arbeitsgemeinschaften, wie z.B. Flugzeugmodellbau oder Fotografie. Die Haasower gingen oder radelten zur Kahrener Schule bis 1955 der Schulbusverkehr für Schüler aus Kathlow, Koppatz, Frauendorf, Kiekebusch, Branitz und Haasow einsetzte.

Im Schuljahr 1959/60 gingen die 1. bis 4. Klassen nach Branitz. Die Kahrener Schule begann mit der Klassenstufe 5.

Am Ende der 50er Jahre erweiterte man die Stundentafel mit den Fächern Staatsbürgerkunde (ab Klasse 7) und Astronomie (ab Klasse 10).

Steigende Schülerzahlen machten eine Erweiterung des Gebäudes erforderlich. Ab 1971 lernten die Schüler der 1. bis 3. Klassen in Kiekebusch. In Kahren begann man mit der Klassenstufe 4.

1982 erfolgte der dringend erforderliche Bau einer Turnhalle. Bis dahin nutzte man bei schlechtem Wetter sogar die Hausflure.

Nach der Wiedervereinigung und der Übernahme eines anderen Bildungssystems gab es in Kahren eine Grund- und eine Realschule.

1993 Festwoche zum 40. Geburtstag der Kahrener Schule.

1998 Schließung der Grundschule.

2007 Schließung der Realschule.

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Kindergarten in Haasow

Im Schulgebäude in der Kahrener Straße in Haasow wurde 1963 ein Erntekindergarten eingerichtet. Dieser hatte von Anfang April bis Mitte November geöffnet, um besonders die in der Landwirtschaft arbeitenden Eltern zu unterstützen. Frau Luzie Kättlitz begann als Leiterin in dieser Einrichtung und betreute mit Frau Lisbeth Nowka durchschnittlich 25, manchmal jedoch bis 32 Kinder montags bis freitags von 8.00 - 18. 00 Uhr und sonnabends von 8.00 - 12.00 Uhr. 1964 übernahm Frau Gertrud Koal die Leitung des Kindergartens und arbeitete ab 1965 mit Frau Ursula Seifert zusammen.

Als besonderer Höhepunkt fand jährlich zum Saisonende der beliebte Fackel- und Lampionumzug statt.

1971 musste der Kindergarten wegen zu geringer Teilnehmerzahlen geschlossen werden. Die wenigen Haasower Kinder besuchten danach die Einrichtung in Kahren.

 

Alle Inhalte sind Auszüge aus der Ortschronik-Haasow mit Quellenangaben zu verschiedenen Archiven, Verlagen, aber auch privater Aufzeichnungen und Dokumentationen sowie Zeitzeugenberichte.

   

Amt Neuhausen/Spree

Die Niederlausitz

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Herausgeber: thepicture

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